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Was ist Erdgas?
Förderung
Erdgas-Förderung
Erdgas wird, worauf der Name schon hindeutet, aus der Erde gewonnen. Dort gibt es, wie bei Erdöl auch, unterirdische Felder.
Sie sind allerdings nicht identisch mit dem Entstehungsort.
Es wandert so lange, bis undurchdringliche Gesteins- und Erdschichten das Erdgas am Fortkommen hindern und es sich dort sammelt. Hierbei handelt es sich um so genannte Erdgasfallen.
Es sind jedoch keine Hohlräume, wie man vermuten könnte, sondern porige Gesteinsschichten (Sandstein, Bundsandtein, Zechstein).
Aus diesen Gesteinsschichten kann dann das hauptsächlich aus Methan bestehende Ergas gefördert werden. Nebenbestandteile sind Propan, Butan, Ethan und andere Kohlenwasserstoffverbindungen sowie Stickstoff und Kohlendioxid.
Ursprung
Sein Ursprung ist auf abgestorbene Kleinstlebewesen zurückzuführen, die vor Jahrmillionen auf den Meeresgrund absanken und nach und nach von anderem Sediment überlagert wurden. Der hierdurch entstandene Druck, die Hitze und der Abschluss von Luft förderten die Umwandlung in das, was wir als Erdgas bezeichnen.
Bohrungen
Durch Bohrungen gelangt es an die Oberfläche. Dem vorangegangen sind seismische und geophysikalische Messungen zur Ermittlung von Vorkommen.
Stößt man dabei auf ein positives Ergebnis, werden bis zu 7000 m tiefe Probebohrungen vorgenommen. Im Durchschnitt enden drei von vier Bohrungen enttäuschend: Fehlbohrungen machen also 75% aller Probebohrungen aus.
Bei dem Rotary-Verfahren wird der Bohrmeißel in kreisförmigen Bewegungen ins Erdreich getrieben, wobei je nach Gesteinsart entweder Bohrer zum Schleifen, Zerspannen oder Zertrümmern verwendet werden.
Das auffälligste an dem überirdischen Bohrgerät ist der Bohrturm, welcher eine Länge von 40 – 60 Metern aufweist, damit Bohrgestänge in Längen von 9 Metern nachgeschoben werden können.
Das Bohrgestänge dient nicht nur als Verbindung zwischen Drehtisch und Bohrkopf, sondern führt auch das zur Kühlung des Bohrkopfs nötige Wasser mit sich.
Wenn die hervorgeholten Gesteinsproben Gas enthalten, wird der Bohrturm abgebaut. Durch das das Bohrloch stabilisierende Zwischenrohr wird ein Steigrohr mit einer Sprengladung herunter gelassen, welche in Höhe der Lagerstätte gezündet wird.
Das poröse Gestein wird beschädigt, so dass das Gas durch ein Zwischenrohr nach oben entweichen kann.
Die Förderung kann beginnen.
Ob es sich lohnt, ein Erdgasfeld auszubeuten, hängt davon ab, wie groß das Vorkommen ist, wie einfach das Gas gewonnen werden kann. Das hängt von der Tiefe des Feldes, den zu überwindenden Gesteinsschichten und von der Beschaffenheit des porösen Speichergesteins ab.
Weltweite Verteilung
Auf 15 Staaten entfallen ca. 84% des geförderten Erdgases. Spitzenreiter ist Russland, gefolgt von den Vereinigten Staaten von Amerika.
Aus Westeuropa sind vor allem Großbritannien und Norwegen für ihre Erdgasförderung bekannt.
Weitere Erdgas fördernde Regionen sind Nordafrika, sowie der nahe, mittlere und ferne Osten. Die größten Verbraucher waren die USA, Russland, Deutschland, Kanada und Großbritannien.
Im Jahre 2006 wurden insgesamt 2.834,2 Milliarden m³ Erdgas gefördert. Weltweit werden etwa 25% des Energieverbrauchs durch Erdgas gedeckt.
Deutschland, das nur geringe Mengen in der Nordsee fördert, ist auf Importe angewiesen, die es zum größten Teil aus Russland bezieht.