Betriebs- und Umweltsicherheit: Es ist schon fast ein halbes Jahr her, dass die Plattform „Deepwater Horizon“ nach einer Explosion sank. Hätte man die Betriebssicherheit ein wenig ernster genommen, hätte es nicht zu Katastrophe kommen müssen – und mit ihr wären auch die Schäden für nach verantwortliche Unternehmen BP nicht nur auf der moralischen Ebene geringer gewesen; man hätte sich auch den finanziellen Schaden sparen können.
Wenn das Ansehen einer Firma darunter leidet, dass durch ihr Verschulden das Meer auf Jahre hin verseucht ist, unschuldige Mitarbeiter unnötig umgekommen sind und die Schadensbehebung ein Desaster für sich war, dann sollte man kein Mitleid haben, zumindest nicht mit der Firma. Da ist es schon verständlich, wenn der Künstler Ruppe Kosselleck, der für seine Werke aus dem Vollen, nämlich den manifesten Bestandteilen der Ölpest, schöpft, den Konzern zerschlagen möchte. Und dies strebt er auf dem legalen, herkömmlichem Wege an, nämlich durch den Kauf von Anteilen. Allerdings hat er deren erst knapp über tausend; zu den erforderlichen 9,5 Milliarden würden ihm nach eigenen Berechnungen noch 268 Jahre fehlen, um seinen Traum zu verwirklichen. Größer sind da die Chancen, dass das britische Unternehmen von einer russischen oder einer chinesischen Firma übernommen wird. BP rüstet sich derzeit gegen eine feindliche Übernahme; näheres weiß man, wenn die Höhe der Strafzahlungen feststeht. Für einen Betriebswirt der reinste Alptraum.