Nord Stream schon jetzt teurer als geplant

Bereits kurz nach Baubeginn der russisch-deutschen Erdgas-Pipeline durch die Ostsee ist publik geworden, dass die Baukosten um 1,4 Milliarden Euro teurer werden sollen, als anfangs geplant.

Worum geht es?

Das Milliardenprojekt soll in 1220 km vom russischen Wyborg an die deutsche Ostseeküste bei Greifswald konstruiert werden und langfristig die Energieversorgung für den Westen sichern. Der Hintergrund für die Bauidee liegt in der Vergangenheit und dem ständig anhaltenden Streit aufgrund der Lieferung russischen Erdgases in den Westen über die Ukraine. Die direkte Pipeline zwischen Russland und dem Westen soll diese Belästigung eines Drittlandes vermeiden. Ende 2011 soll das erste Erdgas durch die Pipeline fließen, welches in den kommenden Jahren wohl von den Deutschen, Dänen, Niederländern, Belgier, Franzosen und Engländer abgenommen werden wird. Für 2012 ist schon die Verlegung eines zweiten Rohres geplant, mit dem die Erdgasversorgung auf 11% des Gesamtbedarfs der EU gesteigert werden und rund 26 Millionen Haushalte in Europa decken soll.

Wo ist das Problem?

Große Versprechungen und Ansagen, allerdings scheint dieser noch so ausgetüftelte Plan dennoch Lücken aufzuweisen. Schon wenige Wochen nach Baubeginn stiegen die geplanten Kosten um stolze 1,4 Milliarden Euro an. Grund dafür seien nicht berücksichtigte Finanzierungskosten, die nicht unter die direkten Projektkosten fließen, aber dennoch zum Bau nötig wären. Für derart unbedeutend angekündigte Maßnahmen eine stolze Summe.

Wie weit sind die Baumaßnahmen vorangeschritten?

Während Anfang April bereits der Bau der Gaspipeline Nord Stream in Russland begonnen hat, wurde auch am deutschen Ende im Greifswalder Bodden der erste Aushub getätigt. Genau zum Ende der Heringlaichzeit wurden in Greifswald die vorbereitenden Baumaßnahmen für die Verlegung der Pipeline gestartet: ein Spundwanddamm wird an Land und im Wasser ausgehoben, in den ab Ende Juni 2010 die Rohre der Pipeline verlegt werden sollen.

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