2009 war ein schlechtes Jahr für russisches Erdgas in Deutschland. Die abgenommene Menge ging um einiges zurück. Prognosen bestätigen allerdings, dass sich dieser Trend nicht lange halten wird, sondern in den nächsten Jahren eher noch gegenteilig verläuft.
2008 bezog Deutschland 37 Prozent seines benötigten Erdgases aus Russland. 2009 hingegen sank dieser Wert auf 32 Prozent. Für Russland bedeutet dies eine erhebliche Einbußung im Stellenwert als wichtigstes Lieferland für Erdgas, denn parallel dazu nahm der Bezug von norwegischem Erdgas von 26 auf 29 Prozent zu, auch der Import von niederländischem Erdgas nahm zu und liegt nun bei 20 Prozent.
Dieser Rückgang ist vor allem auf die politische Forderung, Abhängigkeit vom östlichen Lieferanten zu gewinnen, zurückzuführen. Aber auch die Unstimmigkeiten zwischen dem russisch-ukrainischen Gashandel förderten den Abstand zur Erdgasabnahme aus Russland. Der sogenannte „Ukraine-Effekt“ trug demnach so viel dazu bei, dass man noch nicht von einer Trendumkehr reden könne.
Durch den Bau der Nord-Stream-Pipeline wird allerdings die Bedeutung Russlands bei der Belieferung Deutschlands mit Erdgas wieder zunehmen. Diese soll ab 2011 Erdgas aus dem russischen Wyborg nach Lubmin bei Greifswald liefern. So steigt auch der Erdgasbedarf Deutschlands im Gesamten.
Durch diese Pipeline wird die Ukraine als Durchgangsland für russisches Gas nach Mitteleuropa immens an Wichtigkeit verlieren, somit sind hier keine oder kaum mehr Auswirkungen zu spüren.
Ob es ein Fehler ist, sich so auf eine Großmacht wie Russland in Energiefragen zu verlassen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.